Workshop 1
Workshop 2
Nazi Terror gegen Jugendliche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Workshop
   
 
am Freitag, dem 13.Juli 2007
von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr
in der Katholischen Akademie Freiburg
Von den über hundert Anmeldungen für das Projekt „Nazi-Terror gegen Jugendliche“ war das Organisationsteam schon einigermaßen überwältigt. Daß an diesem heißen Freitag kurz vor den ersehnten Sommerferien 70 Jugendliche - mit und ohne LehrerInnen oder BetreuerInnen - gekommen sind (etliche konnten aufgrund anderer Termine nicht teilnehmen), war dann schon richtig klasse.
Zu Beginn des workshops berichtete Felix Rottberger aus Freiburg - nach eigenen Worten „einziger in Island geborener Jude“- als Zeitzeuge über sein Leben und sein Schicksal unter den Nazis und das seiner Familie. Er überlebte, weil er gemeinsam mit seinen Geschwistern in einem dänischen Kinderheim (als Schwarzhaarige unter lauter blonden Kindern!) versteckt werden konnte. Er erzählte von der Suche seiner Eltern, die in Schweden überlebten, nach ihren Kindern nach der Befreiung vom Naziterror in Dänemark und vom Neubeginn der Familie in Deutschland, dem Unerwünscht-Sein in ihrem ersten Nachkriegs-Wohnort Konstanz, der Liebe zu seiner Frau Heidi, die auch mit zum workshop gekommen war, seinem Start in Freiburg und seinem Leben als Synagogendiener und Verwalter des Freiburger Jüdischen Friedhofs.
Felix Rottberger will, dass es so einen Terror, wie er ihn während der Nazi-Zeit erleiden musste, nie wieder gibt. Ihm war und ist besonders wichtig nicht-jüdischen Menschen zu zeigen, wie Juden leben, was Jude-Sein bedeutet.

Die anwesenden Jugendlichen hat die Begegnung mit ihm und die Darstellung seiner Erlebnisse sichtbar und nachhaltig beeindruckt.
     

Christoph Schwarz, der Initiator des Projekts »Nazi-Terror gegen Jugendliche«, stellte anschließend - als ein Beispiel für die Verfolgung aufgrund der »Nürnberger Rassegesetze« während der Nazi-Zeit - das Schicksal der Sinti-Familie Spindler aus Herbolzheim/Freiburg vor.

Marco de Nardo und Sandra Rogg, ehemalige Schüler der Lessing-Realschule, gaben aus ihren eigenen Erfahrungen in der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule in Form einer Powerpoint-Präsentation Tipps und Empfehlungen für die Recherche nach Informationen und Dokumenten.

Den Abschluss den workshops bildete die Klärung der Projektteams und ihrer Themen / Projekte. Einige Teams hatten sich schon gebildet (z.B. Schulklassen), einige kristallisierten sich erst in der Kleingruppenarbeit heraus. Manche hatten schon klare Vorstellungen darüber, was sie bearbeiten wollen, andere brachten Anfangsideen mit und stellten sie zur Diskussion oder waren noch auf der Suche.


Am Ende der Kleingruppenarbeit und des 1.workshops zeichneten sich folgende Themen für die einzelnen Arbeitsprojekte ab:

ehemalige SchülerInnen der „Jüdischen Zwangsschule“ in Freiburg aus
Breisach, Ihringen, Freiburg und Villingen aufspüren
Familiengeschichten in der NS-Zeit
Euthanasie in Freiburg
Verarbeitungs- und Verdrängungsstrategien
Spurensuche nach ehemaligen jüdischen Schülerinnen des St.Ursula Gymnasiums und deren Schicksalen
Biografien von Sinti und Roma
Homosexuelle in Freiburg in der NS-Zeit
Familienangehörige (Opa) befragen und filmen
Beschäftigung mit einem Zeugen Jehovas, der damals Kind war, und deren Verfolgung in der NS-Zeit
digitaler Stadtplan: Freiburg in der NS-Zeit
Verfolgung von Roma in der NS-Zeit und Diskriminierung von Roma (MigrantInnen) heute
Dokumentation über das Projekt