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Überlebende der NS-Diktatur im Gespräch
Inge Auerbacher, Zwi Helmut Steinitz und Regina Steinitz
Eine Zeitzeugenbegegnung unter einer besonderen Fragestellung.
Nach einem leidensvollen Weg durch Ghettos und Konzentrationslager - sie haben Theresien-
stadt und Auschwitz überlebt - haben alle drei auf unterschiedlichen Wegen als Jugendliche nach
ihrer Befreiung Deutschland verlassen und in einem anderen Land – den USA und Israel - Fuß
fassen müssen.
Sie kommen als Gäste mit einer Botschaft zurück, die sie vor allem an die Jugendlichen richten.
Sie sind geprägt durch eine Haltung, die trotz allem auf Schuldzuweisungen an die Jüngeren
verzichten.
Chancen und Schwierigkeiten des Neubeginns im jeweiligen Aufnahmeland, Erfahrungen
gelungener oder misslungener Unterstützung in der neuen Umgebung, ihr Verständnis von
Toleranz und Zivilcourage werden das Thema des Abends sein. Nach einer Podiumsrunde –
moderiert von Dr. Gerd Böhmer vom Südwest-Rundfunk wird das Gespräch für Fragen
aus dem Publikum geöffnet werden.
Dr. Inge Auerbacher (New York / USA), Zwi Steinitz und Regina Steinitz (Tel Aviv / Israel)
Moderation: Dr. Gerd Böhmer (SWR)
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Dienstag, 11. März 2008, 19.30 Uhr
Katholische Akademie, Wintererstaße 1
Erwachsene 5,- / für Jugendliche und begleitende Lehrer Eintritt frei.
Infos und Anmeldung von Gruppen und Schulklassen unter 0761 - 31918-123
Film
Zur falschen Zeit am falschen Ort
60 min. Ein Film von Tamara Milosevic - BRD 2005
Die Geschichte der Ermordung von Marinus Schöbel, einem 17jährigen aus dem ucker-
märkischen Potzlow, hat seit ihrer Entdeckung im November 2002 zu zahlreichen Inter-
pretationen Anlass gegeben. Die Voraussetzung für die unterschiedlichen Erklärungsansätze
war aber immer dieselbe: die Tat als einen Akt der Verrohung zu begreifen und die Frage
nach dem Warum zu stellen, um sich auf Motivsuche zu begeben. Der Jugendliche wurde
von Kumpels umgebracht.
Sie hatten ihn an einem Abend Mitte Juli 2002 wegen seiner blondierten Haare und der weiten
Hosen zum »Juden« erklärt und ihn gezwungen, in den Rand eines Schweinetrogs zu beißen –
die ländliche Version des Bordstein-Kicks. Sie traten gegen seinen Hinterkopf, so dass der
Kiefer brach. Hinterher schlug einer der Täter dem noch lebenden Opfer so lange mit einem
Stein auf den Kopf, bis es augenscheinlich tot war. Danach wurde der leblose Körper in einer
ehemaligen Jauchegrube verscharrt. Erst vier Monate später wurde die Leiche gefunden.
Die Täter waren Nazis, einer von ihnen war vorbestraft. Die Brutalität des Mordes kontrastierte
schon damals und später während des Prozesses mit der Abgeklärtheit der Lokalpolitiker und
Bewohner dieses Landstrichs im Norden Brandenburgs, der einstmals ein agrarisches Zentrum
der DDR war.
Die Regisseurin Tamara Milosevic wagt in ihrem Film einen Blick auf die Potzlower Zustände,
wie er radikaler nicht sein könnte. Sie besuchte im Sommer 2004 über den Zeitraum eines
halben Jahres Potzlow und beobachtete das Biotop, in dem Marinus Schöbel nicht überlebt
hat. Der Film zeigt in strenger Dramaturgie den Alltag von Leuten, die keinen Alltag mehr haben.
»Tamara Milosevics Chronik (...) dokumentiert den Umgang mit dem Mordfall Marinus Schöbel
im brandenburgischen Potzlow. (…) die gelungene Gegenüberstellung der Realität des Täterum-
felds, in dem es keine Rückkehr zur Normalität gibt, weil die Normalität gar nicht durchbrochen
wurde, mit der Realität des Opferumfelds, in der das Trauma die biografische Kontinuität zerstört
hat, ist eine herausragende Dokumentation deutscher Zustände.« (Tjark Kunstreich)
Der Film erhielt 2006 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Förderpreis.
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Mittwoch, 12. März 2008, 21.30 Uhr
Kommunales Kino, Urachstr. 40 (Alter Wiehrebahnhof)
Erwachsene 5,- € / Schüler, Jugendliche 2,50 €
Infos und Karten-Reservierung unter 0761 - 70 90 33
Sondervorführungen für Schulklassen und Jugendgruppen sind auf Anfrage möglich
Homepage des Films
Kurzdarstellung auf swr.de
Filmheft als pdf-Dokument
Zeitzeugen-Begegnung
Alltag eines Jugendlichen unter den Rassegesetzen
1928 wurde Helmut Schwarz in Karlsruhe in eine ab 1935 sogenannte »privilegierte jüdische Mischehe« hineingeboren. Bis Kriegsende 1945 erlebte er zusammen mit seiner Familie die Schikanen und alle Formen der Ausgrenzung, die mit den »Nürnberger Rassegesetzen« festgeschrieben waren. Seine Großmutter, damals bereits 84 Jahre alt, wurde mit zwei ihrer
Kinder nach Gurs deportiert. Sein Vater wurde noch im Februar 1945 zum »Arbeitseinsatz«
nach Theresienstadt deportiert. Durch hilfreiche Verwandte und glückliche Umstände konnten
alle überleben.
Er selbst hat dem Bombenangriff auf Freiburg im November 1944 zu verdanken, daß seine Einberufung zur »Organisation Todt« - gleichbedeutend mit »Vernichtung durch Arbeit« - nicht
mehr realisiert werden konnte.
Helmut Schwarz (Freiburg)
Für Fragen an Helmut Schwarz und zum Gespräch mit ihm ist ausgiebig Zeit und Gelegenheit.
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Mittwoch, 12. März 2008, 10.30 Uhr
für Schulklassen (bitte anmelden)
Freitag, 14. März 2008, 10.30 Uhr
für Schulklassen (bitte anmelden)
Katholische Akademie, Wintererstaße 1
Jugendliche und begleitende Lehrer Eintritt frei.
Infos und Anmeldung von Gruppen und Schulklassen unter 0761 - 31918-123
Erzählen - Zuhören - Fragen
Erzähl-Café am Vormittag
Menschen, die die Zeit der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs noch selbst erlebt haben,
erzählen in offener Runde und lockerer Atmosphäre von ihren persönlichen Erlebnissen. Sie
teilen mit, was ihnen wichtig war. Gemeinsam mit Zuhörenden haben sie die Gelegenheit, nach
Spuren in der eigenen Vergangenheit und Gegenwart zu suchen. Sie berichten aus der
Erinnerung von Ereignissen in der Stadt und in der Umgebung.
Auf diese Weise können vor allem Jugendliche durch Zuhören und Nachfragen »erlebter Alltags-
geschichte« begegnen. Sie können daraus Impulse mitnehmen für die Gestaltung des eigenen
Lebens im Kontext von Familie und Gemeinwesen.
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Donnerstag, 13. März 2008, 10.30 Uhr
Katholische Akademie, Wintererstaße 1
Schulklassen: bitte anmelden
Jugendliche und begleitende Lehrer Eintritt frei.
Infos und Anmeldung von Gruppen und Schulklassen unter 0761 - 31918-123
Alle weiteren Veranstaltungen finden Sie in unserem Ausstellungskalender.
Austellungskalender 2 Seiten DIN A4 zum downloaden: hier klicken
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